LLT Aktuell – Oktober 2026

Jugendhaus Tamm – Ja zur Jugendarbeit, aber nicht zu diesem Vertrag

In der vergangenen Gemeinderatssitzung stand der Abschluss einer Vereinbarung mit der Caritas zum künftigen Betrieb des Jugendhauses am Alten Weg auf der Tagesordnung. Seit August 2025 ist das Jugendhaus geschlossen. Hintergrund war insbesondere die damalige Personalsituation: Mit dem noch vorhandenen Personal konnte nach Darstellung der Stadt kein verlässlicher Betrieb des Jugendhauses mehr gewährleistet werden. Gleichzeitig bewertet die Stadtverwaltung die frühere Jugendhausarbeit rückblickend als wenig erfolgreich. Nun soll das Jugendhaus wiederbelebt und künftig nicht mehr mit städtischem Personal, sondern durch einen externen professionellen Träger betrieben werden.

Die LLT begrüßt ausdrücklich das Ziel, Jugendlichen in Tamm wieder einen verlässlichen Treffpunkt anzubieten.

Ebenso wichtig sind für uns eine gute pädagogische Begleitung, Gewalt- und Suchtprävention, Unterstützung bei schulischen oder familiären Schwierigkeiten sowie die Förderung sozialer Kompetenzen. Gerade deshalb konnten wir der vorgelegten Vereinbarung mit der Caritas in dieser Form nicht zustimmen. Unser wesentlicher Kritikpunkt ist, dass aus unserer Sicht nicht ausreichend konkret beschrieben wird, mit welchen Angeboten und Maßnahmen die gesetzten Ziele tatsächlich erreicht werden sollen. Die Stadt verpflichtet sich für drei Jahre zu jährlichen Zahlungen von rund 70.000 Euro, ohne dass wesentliche Leistungen aus unserer Sicht ausreichend verbindlich festgeschrieben sind. Vereinfacht gesagt: Für 70.000 Euro jährlich kaufen wir derzeit in gewisser Hinsicht eine „Überraschungsbox“, aus der wir erst im laufenden Betrieb erfahren, was sie konkret beinhaltet – und aus der wir gleichzeitig kaum vorzeitig aussteigen können. Einem zunächst auf ein Jahr befristeten Vertrag hätten wir als LLT hingegen zustimmen können. Ein solches Probejahr hätte ermöglicht, gemeinsam mit der Caritas praktische Erfahrungen zu sammeln und anschließend zu bewerten, wie das neue Konzept von den Tammer Jugendlichen angenommen wird, welche Angebote funktionieren und ob die vereinbarten Ziele tatsächlich erreicht werden. Auf dieser Grundlage hätte der Gemeinderat anschließend über eine längerfristige Zusammenarbeit entscheiden können.

Ein weiterer Punkt sind die Öffnungszeiten. Es wird nicht verbindlich festgelegt, in welchem konkreten zeitlichen Umfang das Jugendhaus geöffnet sein wird. Vorgesehen sind lediglich mindestens drei Öffnungstage pro Woche. Während das Jugendhaus früher rund 29 Stunden wöchentlich geöffnet war, wurde für das neue Modell zunächst von etwa 18 bis 20 Stunden ausgegangen. Jugendliche benötigen solche Angebote insbesondere nachmittags, abends und gegebenenfalls auch am Wochenende. Hierzu enthält die Vereinbarung aus unserer Sicht keine ausreichenden verbindlichen Vorgaben.

Ebenso wichtig ist die personelle Kontinuität. Gerade Jugendliche, die besondere Unterstützung benötigen, brauchen feste Ansprechpartner. Für uns ist deshalb entscheidend, dass nicht ständig wechselnde Mitarbeiter eingesetzt werden. Auch hierzu hätten wir uns klare Regelungen gewünscht.

Zur vollständigen Betrachtung gehört außerdem: Die rund 70.000 Euro sind nicht die gesamten Kosten des Jugendhauses für die Stadt Tamm. Zusätzlich zu den Nebenkosten wie Strom, Wasser etc. trägt die Stadt auch weiterhin die Kosten für die Wartung und Instandhaltung des Gebäudes.

Die LLT hat deshalb einen ergänzenden Antrag gestellt:
Ab dem 1. Januar 2027 soll das Jugendhaus auch den Tammer Vereinen zur Nutzung zur Verfügung stehen, soweit die Räumlichkeiten nicht für die Arbeit der Caritas benötigt werden. Aus Sicht der LLT sollen grundsätzlich alle Tammer Vereine die Möglichkeit erhalten, freie Räumlichkeiten des Jugendhauses zu nutzen – beispielsweise für Besprechungen, kleinere Veranstaltungen, Projektarbeit, Arbeitsgruppen oder andere geeignete Vereinsaktivitäten. Der Bedarf an geeigneten Räumen ist bei vielen Tammer Vereinen groß. Wenn die Stadt Tamm das Gebäude finanziert, unterhält und die laufenden Betriebskosten trägt, halten wir es für sinnvoll, vorhandene freie Kapazitäten auch dem Tammer Vereinsleben zugutekommen zu lassen.

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