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Ausgabedatum: Freitag, 29. Oktober 2021


Wärmenetze in Tamm



Nach Aussagen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden Württemberg hat der Wärmemarkt mit rund 50 Prozent den größten Anteil am Endenergieverbrauch
und bietet damit großes Potenzial, CO2-Emissionen zu reduzieren. Um die Energiewende im Wärmesektor voranzubringen und die Wärmeversorgung spätestens bis zum Jahr 2040 nahezu
klimaneutral zu gestalten, muss der Wärmebedarf vor allem von Gebäuden konsequent reduziert werden.
Vor diesem Hintergrund unterstützt die Landesregierung den Ausbau energieeffizienter Wärmenetze und setzt damit wichtige Maßnahmen des Integrierten Energie- und
Klimaschutzkonzepts Baden-Württemberg um. Denn Wärmenetze ermöglichen es, erneuerbare Energien, hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärme möglichst effizient zu nutzen.
In Tamm beschäftigt sich deshalb z. Zt. die Gemeinde intensiv um die Realisierung von Nahwärmenetzen und diskutiert Möglichkeiten im Gemeinderat.
Die geplanten Häuser im Neubaugebiet Calwer Str. sollen ausschließlich von einem BHKW in der neu zu bauenden Grundschule Hohenstange über ein Nahwärmenetz mit Wärmeenergie
versorgt werden. Es ist auch in der Überlegung, an das Baugebiet angrenzende Wohngebiete an das vorgesehene Nahwärmenetz anzuschließen. Von der Gemeinde ist in Verbindung mit
der LEA im Gebiet Hohenstange bereits eine Abfrage in möglichen Nahwärme-Versorgungsgebieten über ein Interesse zum Anschluss an ein zu errichtendes Wärmeverteilnetz gestellt worden.

Ähnliche Überlegungen gibt es auch für die Wärmeenergieversorgung in Alt-Tamm für alle gemeindeeigenen Gebäude und für angrenzende Wohnquartiere.

Um die Planung solcher Netze auf gesicherte Bedarfsaussagen zu stellen, sind für die Gemeinde zwangsläufig belastbare Aussagen notwendig. Interessierte Wohnungs- bzw. Hauseigentümer,
die in den nächsten Jahren vor der Frage eines Heizungsersatzes wegen baurechtlicher Auflagen (Verbot von fossilen Brennstoffen etc.) oder einer Heizungsmodernisierung stehen,
sollten hier die Möglichkeit eines guten Kostenvergleichs haben. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass demnächst in BW in allen Neubauten und kurz danach in allen Bestandsgebäuden,
bei denen eine Dachsanierung vorgenommen wird, mit grüner Energie produzierenden Dachflächen (z. B. Solaranlagen) herzustellen sind.

Zur Kalkulation von Nahwärmnetzen sollte die Gemeinde mindestens über folgende zu ermittelnde Eckdaten verfügen, um ernsthaften Interessenten eine sichere Entscheidungsbasis für
eine eigene private Investition am oder im Haus gegenüber einem Anschluss an ein Nahwärmenetz zu geben:
- Wieviel KWh muss die Gemeinde für solche Netze vorsehen? (Planungszeitraum 5-10 J.)
- Soll grüner Photovoltaikstrom aus lokaler (Tammer) Produktion eingesetzt werden?
- Welche weiteren Energiequellen sind (kurzfristig) zu generieren und zu welchem Preis?
- Wieviel m² Photovoltaikmodule werden dazu benötigt und wo sind/werden sie von
wem installiert? Gibt es dafür ausreichende Installationsfirmen in überschaubarer Zeit, die eine Ausführung übernehmen können, damit ggf. keine Fördermittel verloren gehen?
Welche Strompreise werden zur Kalkulation zu Grunde gelegt? Der Liefermarkt ist z. Zt. mit steigenden Preisen sehr expansiv, für Kostenvergleiche ist dies sehr wichtig,
wenn eine Eigenproduktion nicht ausreicht. Gibt es wegen Zulieferung in der Gemeinde einen Plan "B" - Wie werden die Netzanschlusskosten festgelegt? Bis zum Wärmeübergabepunkt
nach derHauseinführung und die Zuführung zur Hausverteilung im Haus durch den Hauseigentümer?
Alle diese Fragen und Antworten sind für eine Kosten- Nutzenabschätzung sehr wichtig und sollten allen Interessenten baldmöglichst zur Verfügung stehen.



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