LLT-Artikel 2021


Ausgabedatum: Freitag, 26. März 2021

Amtsblatt KW 12


Testen oder Impfen vor Ort?
Wie kann die Gemeinde Proaktiv tätig werden?


Themen, die alle - ob jung oder alt - bewegen und die uns täglich in allen Medien begegnen und unseren gesamten Alltag betreffen. Und trotz Bemühungen vieler ist
die Pandemie noch nicht in den Griff zu bekommen. - Eine Last und Bedrohung für uns alle.

Impfzentren sind auf Landkreisebenen aufgebaut, so auch in Ludwigsburg - doch momentan fehlt noch der Impfstoff, und zzt. einen Impftermin zu bekommen, ist wie ein 6er
im Lotto. Dennoch ist es Aufgabe aller und auch der Gemeinde als Gesamtheit, eine gute Test- und Impfmöglichkeit in Kooperation mit den ortsansässigen Ärzten vor Ort
zu bieten, um der Pandemie Herr zu werden.

Der Presse ist zu entnehmen, dass sich inzwischen viele Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg erfolgreich auf den Weg gemacht und in Verbindung mit den
ortsansässigen Ärzten in gemeindeeigenen Räumen "kleine Test- und Impfzentren" eingerichtet haben. Dieses Tun hat in besagten Gemeinden zu einem großen Erfolg geführt
und könnte auch in Tamm eine gute Möglichkeit sein, um dann, wenn im April der Impfstoff vorhanden sein sollte, in Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Ärzten eine
möglichst schnelle Schutzimpfung für Tammer Bürger zu bieten.

Hierzu wäre ein Kooperation von ortsansässigen Ärzten mit der Gemeinde unabdingbar; denn die räumlichen Voraussetzungen in den Arztpraxen sind hierfür in der
Regel nicht vorhanden.

Amtsblatt KW 8

E-Mobilität in Tamm - 78 Wall-Boxen - Feldversuch der EnBW im Bauquartier "Pura Vida" an der Brächterstraße
Durch die Presse wurden wir in der letzten Zeit darüber informiert, dass die Zulassungen für Elektrofahrzeuge im vergangenen Jahr so sprunghaft angestiegen sind,
dass die Hersteller inzwischen erhebliche Lieferzeiten haben und sogar schon Bestellungen nicht angenommen wurden. Da stellt sich natürlich die dringliche Frage,
wie können Besitzer solcher E-Mobile möglichst einfach und unkompliziert ihre Fahrzeugbatterien aufladen?

In Tamm sind bisher noch keine öffentlichen Ladestationen bekannt. Bei vorhandenen Ladestationen wird heute auch schon von Drängeleien und größeren Wartezeiten
berichtet. Zumal ein Ladevorgang je nach verfügbarer Technik durchaus schon einmal eine 3/4 Stunde betragen kann.

Eine Entzerrung von Stausituationen könnte die Installation von privaten "Wall Boxen" im eigenen Gebäude sein, die bei entsprechenden Installationen inzwischen
durch die KfW sogar mit bis zu 900 € subventioniert werden. Eine Tankstelle im eigenen Haus wäre eine tolle Sache. Diese Lösung hat aber einen Haken, denn das
Zuleitungsnetz des Strom-lieferanten müsste in der Lage sein, die notwendige zusätzliche Strommenge über die vorhandene Kabelinfrastruktur auch zu liefern.
Von der EnBW wird zu einer entsprechend notwendigen Netzinfrastruktur und ihrer zusätzlichen Nutzung zur Aufladung von E-Autobatterien ein großer Feldversuch
im Bauquartier von "Pura Vida" am Brächterbuckel durchgeführt. In der zu den Häusern gehörenden Tiefgarage sind 78 Wall-Boxen installiert und den interessierten
Nutzern wurden auch E- Fahrzeuge mit EnBW Lackierung zur Verfügung gestellt.

Die Stromzuleitung wurde dafür über gesonderte zusätzliche Kabel von einer Trafostation in der Reutlinger Str. realisiert.

Die EnBW will durch den hier gestarteten Großversuch feststellen, wie das Nutzerverhalten und der Strombedarf in Abhängigkeit von Wochentagen und Tageszeiten sind.
Da hier von anderen Nutzungszeiten wie für Haushalte, Verwaltungen und Gewerbe auszugehen ist, sind die daraus gewonnenen Erkenntnisse für die Dimensionierung
des Versorgungsnetzes von besonderer Bedeutung. Es darf nicht sein, dass z.B. durch starken Strombedarf von Haushalten oder Gewerbe keine Batterieaufladung
möglich ist oder umgekehrt. Aus diesem Grund ist es notwendig, bereits vorausschauend zu planen.

Da die EnBW bereits in Ostfildern einen Feldversuch in einer eher Alleenstruktur durchgeführt hat und nun in Tamm eine Quartiersstruktur analysiert, schlagen
wir von der LLT vor, dass die Verwaltung, wenn es die Corona Situation zulässt, einmal eine Informationsveranstaltung mit der EnBW für alle an der E-Mobilität
interessierten Bürger im gesamten Gemarkungsgebiet Tamm durchführt.
So wäre eine Plattform für beste und umfassende Information über Möglichkeiten und Folgerungen
für alle Interessierten gegeben.

Auf der EnBW-Homepage sind unter "Presse - Stromtankstelle in Tamm" auch aktuell gute Informationen zu finden.

Stromversorgung für e-Mobilität (Fortsetzung aus Amtsblatt vom 26.02.2021 KW 8)

Beim Laden von Batterien in e-Mobilen ist besonders die Anzahl und Lage der in Deutschland existierenden Ladestationen zu beachten.
Z. Zt. gibt es in Deutschland ca. 40.000 öffentliche Ladestationen, wobei die Zahl der privaten "Wall-Boxen" rasant zunimmt und ca. 90% aller Aufladungen
nach Aussage des Energieverbands BDEW hier stattfinden.


In Deutschland existieren z. Zt. ca.41 Millionen Wohnungen, davon befinden sich rd. 22 Millionen in Mehrfamilienhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten.
Die übrigen Wohneinheiten sind entsprechend in Ein- bzw. Zweifamilienhäusern. Wenn das Übernacht-Laden eines e-Mobils nun überwiegend am eigenen Stellplatz
durchgeführt werden soll, kann es zu Problemen bei der Netzauslastung kommen. In der eigenen Garage ist das noch eher ausregelbar als in einer Groß- oder Tiefgarage
mit vielen Stellplätzen. Selbst ein üblicher Hausanschluss ist bei der notwendigen Ladeleistung schnell an seiner Leistungsgrenze, bei einer größeren Garage
mit vielen Ladepunkten ist eine Batterieaufladung aus dem vorhandenen Stromnetz in akzeptablen Zeiträumen kaum möglich. Um eine entsprechende Stromlieferung
in vertretbarem Zeitraum zu ermöglichen, ist dann eine zusätzliche Verstärkung der vorhandenen Stromanschlusskabel notwendig. Beim Tammer Feldversuch
im "Pure-Vida Quartier" sind zum Anschluss der 58 "Wall-Boxen" in der Tiefgarage zwei ca. 10 cm dicke Stromkabel zusätzlich verlegt worden. Die Stromzuführung
wurde hier mit einer Anschlussleistung von 124 Kilowatt abgesichert. D. h. wenn gleichzeitig 20 Stellplätze zur Batterieaufladung angeschlossen würden,
kämen mehr als 200 Kilowatt zusammen. Hier ist es dann zwingend notwendig, steuernd einzugreifen.

Die vorhandene Kabel-infrastruktur ist auf den erwarteten Bedarf zu überprüfen und anzupassen, dazu ggf. auch die Trafostation sowie ebenso das vorgelagerte
Leitungsnetz. Um Netzüberlastungen mit möglichen Folgeschäden auszuschließen behalten sich deshalb die Netzbetreiber vor, über ein Netzmanagement die Ladeleistung
an den Ladepunkten zu drosseln, z. Zt. bis auf min. 11 KW. In Mehrfamilienhäusern ist es deshalb ratsam, um unnötige Kosten für Einzelmontagen zu vermeiden,
dass sich Interessenten zusammen-schließen, frühzeitig planen und in einer Einmalaktion entsprechende Montagen wesentlich kostengünstiger durchführen lassen.

Bei der Stromabnahme ist zu berücksichtigen, dass für "Wall-Boxen" nur "Grüner Strom" bezogen werden kann, die Preise sind hierbei unterschiedlich zu normalem
Haushaltsstrom.
Hier ist besonders der Ausbau der erneuerbaren Energiegewinnung bis 2030 in BW voranzutreiben, denn im bundesweiten Vergleich liegt unser Bundesland
mit 31,5% auf einem der letzten Plätze in Deutschland,
In Rheinland-Pfalz liegt der Wert momentan z. B. bei 51,7%, in Bayern bei 51,2% und in Hessen bei 51%.
Laut Umweltminister Untersteller ist der Bund daran schuld, jedoch gelten für alle Bundesländer die gleichen Rahmenbedingungen und diese Aussage ist nicht überzeugend.
In BW wurden von 2011 bis 2019 nur 113 MW/Jahr realisiert, notwendig wären aber 690 MW/Jahr gewesen. Um die selbst gesteckten Ziele bis 2030 jetzt noch zu erreichen,
müssten nun 1.170 MW/Jahr installiert werden.
Es stellt sich dazu unabhängig von der Politik für jeden Bürger die Frage, was kann auch ich zur Verbesserung
dieser Situation beitragen, damit nicht die Laufzeit konventioneller Kraftwerke über 2030 hinaus verlängert werden muss?


Amtsblatt KW 7 - Kleeblatt

Altenwohnanlage - Kleeblatt im Länderrain - Erweiterungsbau

Die Altenwohnanlage Kleeblatt im Länderrain zählte zu den ersten Einrichtungen dieser Art im Landkreis Ludwigsburg und konnte im Januar 1992 eröffnet werden.
Bereits damals wurde das Haus so konzipiert, dass sowohl Pflegeplätze als auch altengerechte Wohnungen zur Verfügung gestellt werden konnten.

Eine Erweiterung erfuhr das Haus mit dem Bau des Kleeblattheimes am Alten Weg , ebenfalls eine Einrichtung, in der Pflegeplätze und betreute Wohnungen angeboten werden können.
Am 08. Oktober 2019 konnte mit dem Spatenstich der Erweiterungsbau am Kleeblattheim im Länderrain gestartet werden. Notwendig wurde diese Maßnahme zum einen wegen
einer ständig steigenden Nachfrage nach Pflegplätzen und nach betreuten und altengerechten Wohnungen. Außerdem kam per gesetzlicher Vorgabe hinzu, dass mit Ablauf des Jahres 2019
in Pflegeeinrichtungen nur noch Einzelzimmer belegt werden dürfen,
was in Bezug auf kranke und pflegebedürftige Menschen sehr zu begrüßen ist.

An diesem, wie an den 2 Vorgängerbauten, ist die Gemeinde Tamm finanziell mit einem erheblichen Anteil beteiligt. Wir alle sehen das als notwendige und sehr
sinnvolle Maßnahme zum Wohle für unsere älteren Mitbürger.

Durch die sehr rege und zügige Bautätigkeit der Bietigheimer Wohnbau-Gesellschaft kann im Februar 2021 die Rohbaufertigstellung abgeschlossen werden.
Die Bezugsfertigkeit ist von heute aus gesehen für September 2021 in Aussicht gestellt. Hoffen wir, dass dieser Fertigstellungstermin eingehalten werden kann
und dass das Haus eine gute Wohnstätte für unsere älteren Mitbürger wird.

Foto privat (vom Rohbau)


Ausgabedatum: Freitag, 05. Februar 2021

Amtsblatt KW 5


Haushalt 2021 verabschiedet - extreme Einnahmenminderung - hohe Personalkosten - Corona macht vieles zur Makulatur


Nach Haushaltsperre im Vorjahr 2020 und Erstellung eines Nachtragshaushaltes, war es sicher keine leichte Aufgabe, den neuen Haushaltsplan für 2021
rechtzeitig einzubringen, so dass dieser in der Gemeinderatsitzung am 25.01.2021 verabschiedet werden konnte.
Dafür ein besonderer Dank an die Verwaltung, vor allem an unsere Kämmerin Frau Yildiz.

Das Erfreuliche zuerst. Durch den Auslauf von Zinsbindungen und entsprechender Rücklagen war eine beachtliche Tilgungsrate möglich, so dass wir von
einer derzeitigen pro Kopf Verschuldung von ca. 28 Euro ausgehen können. Dieser Stand ist leider nur sehr kurzfristig zu halten.
Die Gemeinde Tamm steht - wie viele umliegende Gemeinden - vor einem finanziell recht schwierigen Jahr 2021. Im Ergebnishaushalt klafft ein dickes
Defizit von 3,2 Millionen
, das nur durch den Griff in die Rücklagen ausgeglichen werden kann. Doch auch dieser Topf ist nicht "unendlich" und keineswegs
zum Haushaltsausgleich gedacht. Vielmehr sollten daraus Investitionen finanziert werden , die für die Jahre 2022-2024 in einem Umfang von rund 18 Millionen
vorgesehen waren
.
Sach- und Finanzzwänge bestimmen und prägen jegliches Handeln und die zukünftigen Entscheidungen.

Viele Pflichtaufgaben, Reparatur- und Gewährleistungsmaßnahmen gewähren keinen Spielraum.

Die einst größte Einnahmequelle der Gemeinde: Die Gewerbesteuer ist komplett weggebrochen. Für die Jahre 2020 und 2021 sind Steuerrückzahlungen in Höhe von
jeweils 5 Millionen zu leisten.


Die LLT hat seit ihrer Gründung oftmals unbequeme Themen angepackt - eine Aufgabe die keineswegs bei allen auf positive Resonnance gestoßen ist.
Ein ganz wesentlicher Posten hierbei sind seit Jahren die hohen Personalkosten,
diese haben sich in den vergangenen 10 Jahren mehr als verdoppelt und liegen derzeit bei ca. 13 Millionen.
Alleine die erweiterte kommunale Betreuung an den Schulen drückt mit jährlich ca. 1,4 Millionen auf den Kassenbestand. Eine freiwillige Leistung der Gemeinde Tamm,
die aus Steuermitten aller finanziert wird.

Homeoffice und Homeschooling fordern den bereits beschlossenen und zügigen Breitbandnetzausbau. Zur Digitalisierung unserer Schulen sind erhebliche Mittel einzusetzen.

Für das Baugebiet Calwer Str. kann voraussichtlich im 4. Quartal der Spatenstich erfolgen.
Beim Neubau der Kita Öhringer Str. zeigt sich eine erhebliche Verzögerung im Baufortschritt, was den Baustart für die Kita Silcher Str. und für das Evangelische
Gemeindehaus auf Eis legt.

Insgesamt stehen wir alle zu Beginn des Jahres 2021 vor einer äußerst schwierigen Finanz- und Pandemiesituation, die von heute aus nur mit äußerster Sparsamkeit
und Vorsicht schrittweise bewältigt werden kann.

Ausgabedatum: Freitag, 22. Januar 2021


Amtsblatt KW 2


"Lockdown" - eine Vokabel aus 2020 begleitet uns auch in das Jahr 2021 hinein.
Trotz gestarteter Impfkampanie wirft der notwendig gewordene verlängerte Lockdown seine Schatten weit ins neue Jahr 2021 hinein.
Niemand kann derzeit abschätzen, welche Folgen dies für uns alle haben wird, sowohl gesundheitlich für jede und jeden als auch wirtschaftlich, kommunal,
regional und überregional. Umso mehr gilt, dass in allen haushalterischen Bereichen mit größter Vorsicht, Zurückhaltung und Weitsicht agiert werden muss:
Ein Grundtenor, der für die LLT seit Jahren Leitlinie ist.
Alle kommunalen Entscheidungen werden davon betroffen sein müssen und in noch größerer Abwägung als im Vorjahr muss vieles auf den Prüfstand.
Wir versichern, dass wir alle Ausgaben und die zur Entscheidung anstehenden Investitionen mit äußerster Vorsicht bewerten und gegebenenfalls entschieden
für Reduzierungen bzw. eine Zurückstellung plädieren werden.
Viele Wünsche werden derzeit wahrscheinlich Visionen bleiben müssen! Es gilt mit den bereits bestehenden und noch zu erwartenden Einnahmeneinbrüchen
handlungsfähig zu bleiben.
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